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Programmieren mit Plan

So einfach und handlich die Bee Bots auch aussehen mögen, die Sache mit dem Programmieren - das hat meine Klasse sehr schnell festgestellt - ist jedenfalls ganz und gar nicht einfach.




Langfristig zu planen, Wege gedanklich vorzugehen bzw. Wege überhaupt zu planen und anschließend die amüsanten Bienen zu programmieren 
erfordert vorausschauendes Denken und planvolles Arbeiten.  Die Orientierung in Planquadraten und auf Karten fällt einigen Kindern doch noch sichtlich schwer.
In Kleingruppen oder mit einem Partner haben die Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Aufträge erhalten und sind mittlerweile auf die
Idee gekommen, ihre Wege in Skizzen vorzuzeichnen. Das gelingt einigen Gruppen sehr gut, anderen noch gar nicht.
Die nächste Schwierigkeit zeigt sich, wenn die Programmierskizzen nun übertragen werden und die Bee Bots letztlich anhand der Skizzen programmiert werden sollen.
Einige Gruppen kamen schnell auf den Gedanken, ein Kind gibt die Anweisungen laut Skizze, das andere gibt die Befehle ein.
Viele Gruppen scheiterten daran, dass der Befehl "rechts" lautete, aber "links" programmiert wurde. Dieser Fehler wurde jedoch grundsätzlich nie von den Kindern entdeckt, die empört darüber waren, dass die Bee Bots "falsch liefen".
Ein sicheres Unterscheiden von Richtungen ist unbedingte Basis, um die Bee Bots planvoll programmieren zu können.

Die Reflexionsphasen zeichnen sich dadurch aus, dass immer wieder Lösungen für immer neue Probleme gesucht werden müssen. Einige Kinder äußern, dass sie es enorm anstrengend finden, "immer so viel denken zu müssen!"
Ein Schüler bat nach ca. 30 Minuten: "Kann ich nicht einfach was schreiben? Ich will nicht immer so viel denken!"

Obwohl die Bee Bots nach wie vor ihren Reiz nicht verloren haben, werden sie nicht länger als nettes Spielzeug betrachtet, sondern als Arbeitsgerät anerkannt.

Einigen Kindern fällt es schwer, weiter als drei Schritte im Voraus zu denken. Die räumliche Orientierung ist eine weitere Erschwernis, der sich alle Gruppen aber engagiert und motiviert gestellt haben.

Aus Interesse habe ich gezielt nachgefragt, was denn mit den Bee Bots überhaupt gelernt werden kann oder ob sie sich überhaupt zum Lernen eignen. Die Klasse war erstaunt, als wir herausarbeiteten, welche Fähigkeiten geschult und trainiert werden.

So richtig zufriedenstellend waren die Ergebnisse bislang in keiner Gruppe, so zumindest das Fazit der Kinder. Ich jedoch bin begeistert über die vielfältigen Möglichkeiten, die die Bee Bots bieten und finde die ersten erstellten Pläne und Skizzen der einzelnen Gruppen bereits sehr gelungen.

Da ich zu viele Regeln grundsätzlich für kontraproduktiv halte, haben wir gemeinsam eine einzige Regel aufgestellt: 
Ist die Biene erst einmal programmiert, muss man das Programm durchlaufen lassen und darf die Biene nicht umsetzen oder während der Fahrt neu programmieren.

Auf diese Idee kamen nämlich einige Schüler und beeinflussten so das Programmierergebnis.

Wir werden weiter daran arbeiten, unsere Ergebnisse zu optimieren und unser Handeln auch schriftlich festzuhalten.  Denkbar wäre es auch, als Fortführung des Projektes, einen eigenen Bee Bot Parcours mit Kapla Steinen zu bauen.
Allerdings lasse ich den Schülerinnen und Schülern zunächst viel Freiraum für eigene Ideen und Erfahrungen.

Die erste Bitte meinerseits lautet jedoch immer: "Stellt bitte den Sound ab!", denn die Teile sind auch ohne Sound schon unangenehm laut - zumindest für mein Empfinden.



geschaefert am 04.12.2018, 17.36

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Maren
Dann wünsch ich Dir einen schönen Neustart und freue mich auf alles Geschäferte. ;-)

20.11.2018-6:07
Uta
Ich bin gespannt!
19.11.2018-18:18
kommentiert
Papillionis:
Wie zauberhaft menschlich!
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